Was passiert, wenn an einer Schule plötzlich mehrere Lehrkräfte fehlen? Wie lange lassen sich Lücken durch Abordnungen auffangen? Und wie schaffen wir es, junge Lehrerinnen und Lehrer dauerhaft für das Vogtland zu gewinnen?
Genau über diese Fragen wurde in der Evangelischen Montessori-Grundschule Plauen offen, konkret und teilweise auch kontrovers diskutiert. Lehrkräfte, Schulleitungen, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Eltern folgten der Einladung von Juliane Pfeil, MdL. Gemeinsam mit Patrick Schreiber, Präsident des Landesamtes für Schule und Bildung (LaSuB), ging es dabei nicht nur um Zahlen, sondern vor allem um die Erfahrungen aus dem Schulalltag.
Für Juliane Pfeil war genau dieser direkte Austausch wichtig: Wo liegen die größten Probleme? Welche Lösungen funktionieren bereits? Und was braucht der ländliche Raum, damit gute Bildung nicht vom Wohnort abhängt?
Nicht nur den Mangel verwalten
Ein Thema waren die Abordnungen von Lehrkräften zwischen einzelnen Schulen. Sie können kurzfristig helfen, Unterricht abzusichern, lösen das strukturelle Problem jedoch nicht. Aus der Schulpraxis wurde deutlich, dass dadurch teilweise an anderer Stelle neue Lücken entstehen. Auch Unterrichtsausfall, Einschränkungen bei einzelnen Fächern und zusätzliche Angebote wurden angesprochen.
Im Mittelpunkt stand deshalb die Frage, wie Lehrkräfte gezielt für den ländlichen Raum gewonnen und langfristig gehalten werden können. Diskutiert wurden unter anderem eine stärkere regionale Verankerung der Ausbildung, mehr Praxiserfahrungen an Schulen außerhalb der großen Städte und bessere Perspektiven für junge Lehrkräfte, die sich für eine Tätigkeit im Vogtland entscheiden.
Für Juliane Pfeil ist klar:
„Der ländliche Raum braucht mehr Ausbildung, mehr Praxis und bessere Bleibeperspektiven.“
Die Schülerinnen und Schüler von heute nicht vergessen
Besonders deutlich wurde in der Diskussion die Perspektive von Eltern sowie Schülerinnen und Schülern. Stefan Kraft, Vorsitzender des Landeselternrates Sachsen, und Carlos Gruhn vom Kreisschülerrat Vogtland machten deutlich, dass langfristige Veränderungen in Ausbildung und Personalgewinnung notwendig sind – diese aber den Kindern und Jugendlichen, die heute zur Schule gehen, nicht unmittelbar helfen.
Gerade deshalb dürften die aktuellen Jahrgänge nicht aus dem Blick geraten oder als eine Art „verlorene Generation“ behandelt werden. Sie brauchen heute verlässlichen Unterricht, gute Bildungsangebote und echte Chancen – unabhängig davon, ob sie in einer Großstadt oder im ländlichen Raum zur Schule gehen.
„Gute Bildung darf keine Frage des Wohnortes sein. Deshalb müssen wir den ländlichen Raum bei der Lehrerversorgung stärker in den Blick nehmen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Schülerinnen und Schüler von heute nicht aus dem Fokus geraten“, so Juliane Pfeil.
Viele Perspektiven, viele Anregungen
Die teilweise kontroverse Diskussion zeigte auch, dass es nicht die eine schnelle Lösung für die Lehrerversorgung gibt. Umso wichtiger ist der Austausch zwischen Schulen, Eltern, Schülerinnen und Schülern, Verwaltung und Politik.
„Ich nehme viele konkrete Erfahrungen und Anregungen aus dem Abend mit. Jetzt gilt es, gemeinsam zu schauen, wie es weitergeht und welche Schritte wir als Nächstes angehen können“, so Juliane Pfeil.
Ein besonderer Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die offenen Worte, die unterschiedlichen Perspektiven und die vielen Anregungen zur weiteren Arbeit an einer verlässlichen Lehrerversorgung im Vogtland.





